Preisverdächtig durch soziales Denken und Tun

Café fifty: Teilnahme an der Ausstellung zum Wilhelm-Dröscher-Preis beim Bundesparteitag der SPD

Obernburg "Das haben wir jetzt davon", sagt Hans Tuchscherer, Leiter des Sozialcafés fifty in Obernburg und lacht. Er hält ein Schreiben des Kuratoriums Wilhelm-Dröscher-Preis in der Hand und zeigt es Ruth Weitz, Stadt- und Kreisrätin sowie Vorstandsmitglied des SPD-Ortsvereins, die das Ganze angezettelt hatte.


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Hans Tuchscherer hat es Schwarz auf Weiß: Das Projekt Café fifty hat Chancen, zu den Trägern des Wilhelm-Dröscher-Preises zu gehören. Foto: Robert Tschöpe

Das Café fifty wurde ausgewählt, an der Ausstellung zum Wilhelm-Dröscher-Preis beim nächsten Bundesparteitag der SPD vom 13. bis 15. November in Dresden teilzunehmen und ist somit in die engere Wahl der Bewerber für den Wilhelm-Dröscher-Preis gekommen.

"Es zählt die Möglichkeit, auf unsere Arbeit aufmerksam zu machen".
Hans Tuchscherer, Leiter des Cafés fifty

Am 17. Oktober wird Hans Tuchscherer nach Berlin reisen, um an einem Vorbereitungsseminar teilzunehmen. Zunächst hat er sich aber mit dem Vorstandsteam des Vereins Café- Sozial besprochen, der Träger der drei Sozialcafés in Alzenau, Aschaffenburg und Obernburg ist. "Es war eigentlich klar, dass der Verein seinen Segen gibt, denn schließlich hat er die Bewerbung unterstützt", sagt der Café-Leiter.

Team leistet hervorragende Arbeit
"Das Team des Café fifty leistet hervorragende Arbeit, und als ich die Ausschreibung zum Dröscher-Preis erhielt, habe ich sofort daran gedacht, den Hut für Herrn Tuchscherer in den Ring zu werfen", berichtet Ruth Weitz. Das Café fifty berät und hilft nicht nur Langzeitarbeitslose, sondern ist mittlerweile auch ein Treffpunkt für viele Bürger geworden und Säule einer sozialen Infrastruktur. "Weil bei uns alles 50 Cent kostet - deshalb auch der Name fifty - können sich auch Menschen einen Cafébesuch leisten, die nur ein geringes Einkommen haben", sagt Hans Tuchscherer.

Abrupt verabschiedet Ruth Weitz, deren SPD-Ortsverein das Café unterstützt und fördert, hatte über einen Antrag der SPD-Kreistagsfraktion bereits zu Beginn des Jahres einen Zuschuss von 2500 Euro im Kreistag erwirkt, damit die Sozialarbeit weiter gehen kann.

Nachdem sich das diakonische Werk Untermain als Träger der Cafés im April 2008 abrupt verabschiedet hatte, war der daraufhin aus dem Kreis der ehemaligen Mitarbeiter neu gegründete Verein auf finanzielle Unterstützung angewiesen, um die Anfangsphase des Neueinstiegs zu überbrücken.

"Wir haben auch viele Spenden erhalten, die uns in der schwierigen Übergangszeit geholfen haben, benötigen aber weiterhin dauerhafte finanzielle Unterstützung zur langfristigen Sicherung unserer Projekte", sagt Hans Tuchscherer.

Themenfeld "Gerechte Welt"
Auf dem Themenfeld "Gerechte Welt" muss sich das Café fifty beim Bundesparteitag in Dresden einer Konkurrenz von sechs Bewerbern stellen. Weitere Themenfelder sind "Lebendige Demokratie", "Aktionen gegen Rechts" und "Geschichtswerkstatt". Insgesamt werden drei Preise ausgelobt, daneben gibt es einen Internet- und einen Sonderpreis. Der erste Preis ist mit 3000 Euro dotiert.

"Selbst wenn wir keinen Preis mit nach Hause nehmen können, ist das nicht tragisch. Es zählt der olympische Gedanke und die Möglichkeit, auf unsere Arbeit aufmerksam zu machen", sagt Hans Tuchscherer. red